Team Österreich stellt sich vor

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Das LIFE Apollo2020-Projekt vereint die gemeinsamen Aktivitäten von drei Ländern: Polen, Tschechische Republik und Österreich. Der österreichische Teil des Projekts wird von der European Wilderness Society vertreten.

Die Organisation hinter Team Österreich

Die European Wilderness Society (EWS) ist eine paneuropäische, gemeinnützige Organisation mit einem engagierten, multikulturellen Team von Fachleuten, deren Aufgabe es ist, Europas letzte Wildnis und ihre Tierwelt zu identifizieren, auszuweisen, zu verwalten und zu fördern. Die EWS koordiniert das größte Netzwerk von Wildnisgebieten in Europa, das European Wilderness Network. Mit einer umfassenden europäischen Online- und Offline-Kommunikationsstrategie wird das Bewusstsein für Wildnis, Wildtiere und andere Naturschutzthemen geschärft.

Dieses Projekt bietet uns die Möglichkeit, nicht nur die Apollo-Populationen wiederherzustellen, sondern auch die Lebensräume vieler anderer Arten zu verbessern.

Magdalena Meikl
Koordinatorin Naturschutzmaßnahmen Österreich

Die European Wilderness Society (EWS) konzentriert sich seit langem auf den Schutz der biologischen Vielfalt, von großen Raubtieren bis hin zu kleinen Insekten. Sie hat Workshops, Seminare und Schulungen für mehr als 1500 österreichische, deutsche und ukrainische Jugendliche organisiert, um das Bewusstsein für Insekten, ihre Rolle in der Natur und die Notwendigkeit, sie zu schützen, zu schärfen. Im Rahmen eines preisgekrönten Projekts organisierte EWS auch einen internationalen Workshop zum Bau von Insektenhotels mit über 60 Teilnehmenden.

EWS verfügt daher über umfangreiche Erfahrungen in den Bereichen Kommunikation und Umweltbildung, die neben den auf die österreichischen Alpen konzentrierten Naturschutzmaßnahmen den Hauptbeitrag zum Projekt darstellen.

Beeindruckende Berge

Die Alpen, die sich von Vorarlberg im Westen bis nach Niederösterreich im Osten erstrecken, sind eine der dominierenden Landschaften in Österreich. Sie bedecken 60 % der Fläche Österreichs und beherbergen Landschaften mit höchster Bedeutung für die biologische Vielfalt, wo große Flächen vom Menschen unberührt geblieben sind. Sie liegen in einer gemäßigten Klimazone, während die Bergregion durch ein relativ feuchtes, schneereiches Klima gekennzeichnet ist. Sie beherbergen mehr als 45.000 Tier- und mehr als 3.000 Pflanzenarten.

Diese Pflanzen sind oft gut an ihren Lebensraum angepasst, da sie von spezifischen topografischen Bedingungen abhängen. Etwa die Hälfte des Projektgebiets ist bewaldet, hauptsächlich mit Tanne (Abies alba), Lärche (Larix decidua), Fichte (Picea abies), Kiefer (Pinus sylvestris), Zirbelkiefer (Pinus cembra) und Schwarzkiefer (Pinus nigra). Unterhalb von 600 m Höhe gibt es Laubwälder, die hauptsächlich aus Buchen (Fagus sylvatica) bestehen.

Etwa 20 % aller Gefäßpflanzen sind in der Alpenregion zu finden. Von den Tälern bis zu den Berggipfeln stößt man auf ein Gefälle unterschiedlicher Ökosysteme mit verschiedenen Pflanzenarten, was einige Gebiete sehr empfindlich und anfällig für menschliche Eingriffe macht. Von besonderer Bedeutung für den Apollo Schmetterling ist die Larvenwirtspflanze Sedum album, die aufgrund der zunehmenden Beschattung und Lichtreduzierung durch die wachsende Buschvegetation immer seltener wird.

Wirbellose machen den größten Teil der Tiere in den Alpen aus. Die Anzahl und Vielfalt der Insekten ist in den letzten Jahren rapide zurückgegangen, was vor allem auf die langfristigen Auswirkungen von Schadstoffen zurückzuführen ist. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, günstige Bedingungen für sogenannte Umbrella species wie den Parnassius apollo zu schaffen.

Gebiete mit hoher Relevanz

Die Projektgebiete in Österreich wurden ausgewählt, weil sie für die Erhaltung von Parnassius apollo in Österreich die höchste Priorität haben. In diesen Gebieten ist die Schmetterlingspopulation zurückgegangen und in einigen Gebieten sogar verschwunden. Die österreichische Population ist in den letzten 25 Jahren um 20-50 % zurückgegangen. Parnassius apollowird in der österreichischen Roten Liste seit 2005 als “stark gefährdet” geführt, die Unterarten sind jedoch nicht gesondert aufgeführt. In den aktuellsten Roten Listen der österreichischen Bundesländer wird der Schmetterling im Burgenland und in Wien als “ausgestorben”, in der Steiermark und in Kärnten als “stark gefährdet”, in Tirol, Salzburg und Oberösterreich als “gefährdet” und in Vorarlberg als “nahezu gefährdet” bezeichnet. In Oberösterreich ist die Art als “gefährdet” eingestuft, die Populationen im Tiefland jedoch sind ausgestorben. Niederösterreich hat somit die Verantwortung, die letzten Tieflandpopulationen und Lebensräume von Parnassius apollofür Österreich zu schützen.

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