Weiße Karpaten

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Geomorphologie

Die Weißen Karpaten gehören zum äußeren Teil der Westkarpaten. Das Gebiet basiert auf “Magura-Flysch”, der aus abwechselnden Sandstein- und Tonschichten besteht. Das Relief wird durch die unterschiedliche Widerstandsfähigkeit der verschiedenen Flyschschichten gegenüber Erosion bestimmt. Harter Sandstein bildet die höchsten und morphologisch ausgeprägtesten Komponenten, während Stellen mit weichem Grundgestein lange, sanfte Hänge und glatte Kämme bilden.

Klima

Das Gebiet liegt in einer Übergangszone zwischen der maritimen und kontinentalen Klimazonen. Es hat ein mäßig warmes Klima am Fuße der Weißen Karpaten. Die höchsten Niederschlagswerte werden im Sommer erreicht, vor allem im Juli. In Höhenlagen über 300 m liegt in der Regel von Ende November bis März eine Schneedecke.

Vegetation

Die Wiesenvielfalt ist sehr hoch. Auf einer Fläche von 1 m2 wurden bis zu 82 verschiedene Pflanzenarten gezählt, wodurch Biodiversitäts-Hotspots von europäischer Bedeutung entstanden sind. Naturnahe Trockenrasen und Gebüsche auf kalkhaltigen Substraten kommen an warmen Hängen vor und bestehen aus vielen verschiedenen Gras- und Kräuterarten. Zu den seltenen Pflanzen auf Weiden gehören Gentianopsis ciliata, Gentianella lutescens und Stachys germanica. Auch Orchideen wie Orchis pallens, O. purpurea, O. morio, O. mascula und Ophrys holubyana sind zu finden.

Fauna

Die Weißen Karpaten sind aufgrund ihrer geografischen Lage und ihrer vielfältigen Pflanzengemeinschaften, darunter auch Hochlandelemente, ungewöhnlich vielfältig. Die Artenvielfalt der Insekten ist aufgrund des geringen Einsatzes von Pestiziden hoch. Andererseits sorgen weit verbreitete Monokulturen für eine abnehmende Zahl von Insektenarten.

Die Bedeutung des Gebiets für den Artenschutz

Aufzeichnungen bestätigen das Vorkommen von Parnassius apollo in diesem Gebiet. Sie kamen hier vor allem auf intensiven, Kleinweiden vor. Das Gebiet war auch durch die Errichtung von Steinhaufen gekennzeichnet. Allmähliche Veränderungen in der Bewirtschaftung, Änderungen der Besitzverhältnisse, die Aufgabe einiger abgelegener Standorte und die Beseitigung von Steinmännchen führten jedoch zum allmählichen Verschwinden des Apollo-Falters.

Trotz aller Veränderungen, die in letzter Zeit stattgefunden haben, treten ausgewachsene Tiere immer noch sporadisch in dem Gebiet auf, da es eine stabile Population in der nahe gelegenen Ortschaft Vršatec in der Slowakei gibt. Darüber hinaus gibt es im gesamten Gebiet an geeigneten Stellen natürliche Futterpflanzen. Diese Menge reicht jedoch derzeit nicht aus, um eine dauerhafte Population zu erhalten, weshalb im Rahmen des Projekts Sedum-Arten auf den Projektflächen gepflanzt werden.

Die Projektstandorte im nördlichen Teil der Weißen Karpaten grenzen an den Standort Vršatec (SK), wo eine Population des Apollofalters dauerhaft zu finden ist. Die Verflechtung zwischen den Standorten in CZ und SK ist relativ gering. Dennoch ist eine Migration, insbesondere von Männchen, zweitweise zu beobachten. Sie sind sporadisch auf der tschechischen Seite der Grenze zu sehen. In Zusammenarbeit mit der slowakischen Naturschutzbehörde werden die Projektpartner an einem verbesserten Management arbeiten (z.B. Beseitigung von Wanderungshindernissen, Anbringen von Biostreifen). Diese funktionale Verbindung wäre wichtig, um die genetische Vielfalt und starke Populationen in der Zukunft zu erhalten.

#followapollo und den Bestrebungen unseres Teams! Die kombinierten Kenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Zucht, Erhaltung von Lebensräumen, Forschung, Umweltbildung und Projektmanagement sind eine hervorragende Kombination für den Erfolg unseres LIFE-Projekts.

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