Exkursionen

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Besuch der Jagniątków und Barchov Zuchtanlagen

Jagniatków Zuchtanlage (PL)

Wiederansiedlungsexperte Grzegorz Hajnowski stellte den Exkursionsteilnehmenden die Zuchtanlage in Jagniątków, in der mehrere Generationen von Apollo-Schmetterlingen im Verlauf der letzten Jahre gezüchtet wurden, vor. Ein Großteil der Schmetterlinge bzw. der Raupen wurden schon in die Natur freigesetzt und die anderen werden weiterhin in der Anlage gezüchtet.

Grzegorz erzählte den Teilnehmenden dann von den Zuchtdetails. Er beschäftigt sich besonders mit den Eiern und ihrer Überwinterung. An dieser wichtigen Stelle des Züchtungsverfahrens ist eine übermäßige Betreuung der Eier nicht nötig. Man muss den nur vor Beutegreifern und hoher Luftfeuchtigkeit (Risiko eines Schimmelbefalls) schützen. Die Petrischalen mit den Eiern werden in Kästen gestapelt und können problemlos im Freien gelassen werden (Simulierung der natürlichen Überwinterung). Bei extremen Wetterbedingungen wie z.B. Frost werden die Kästen in einem ungeheizten Zimmer vorübergehend verlagert.

Grzegorz hat dann von den nächsten Zuchtschritten erzählt. Er betonte dabei die Gefräßigkeit der Raupen. Ausreichende Futterpflanzen sind also wichtig. In der Jagniątków Zuchtfläche werden hauptsächlich Fetthennen der Pflanzenart Hylotelephium maximum den Raupen gefuttert. Die erwachsene Schmetterlinge benötigen Nektarpflanzen. In der Zuchtanlage werden diese Pflanzen mit einer gesättigten Lösung aus Vanillinzucker gesprüht, um ihren Energiewert zu erhöhen.

Barchov Zuchtanlage (CZ)

Danach besuchten die Teilnehmenden die Zuchtanlage in Barchov, Tschechien. Zuchtleiter Miloš Anders hat langjährige Erfahurngen mit der Zucht von bedrohten Schmetterlingsarten und besitzt detaillierte Kenntnisse über die Lebensbedingungen und Bedürfnissen der Raupen und erwachsenen Schmetterlingen. Er züchtet erst seit April Apollo-Schmetterlinge, aber hat in Kürze Erwachsene erfolgreich großgezogen. Die Eier von den aufgezogenen Weibchen werden für die zukünftigen Zuchtprogramme verwendet.

Anhand von systematischen Beobachtungen stellte Miloš fest, dass die beste Futterpflanze Hylotelephium maximum ist. Bei Auswahlen zwischen verschiedenen Fetthennen wurde diese Art von den Raupen normalerweise bevorzugt. Eindeutig essen die junge Raupen lieber die saftigen Blätter an den Spitzen der wachsenden Pflanzen sowie gekeimten Pflanzen.

Miloš hat im Verlauf des Jahres eine hohe Sterblichkeitsrate der Raupen erlebt. Anhand seiner Beobachtungen stellte er fesst, dass sie wahrscheinlich an den höhen Sommertemperaturen lag. Die Zuchtanlage liegt in der Polabí Region, einer der wärmsten Gebiete Tschechiens. Er wieß auf einer seinen Kollegen aus VIS, dessen Zuchtanlage in der klimaähnlichen Südmährischen Region errichtet wird, hin. Giftstoffe, die bei hohen Temperaturen in Fetthennen entstehen, könnten auch die erhöhte Sterblichkeitsrate erklären. Eine Möglichkeit wäre also die Pflanzen zumindest sommers im Halbschatten statt in der direkten Sonneneinstrahlung wachsen zu lassen.

Besuch des Naturschutzreservats und Steinbruchs in Tschechien

#followapollo und dem Bemühungen unseres Teams! Die kombinierten Kompetenzen in den Bereichen Zucht, Erhaltung von Lebensräumen, Forschung, Umwelltbildung und Projektmanagement sind eine hervorragende Kombination für den Erfolg unseres LIFE-Projekts.

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